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3. Was passiert mit Ihren Daten?

  • Writer: Pflege mit KI
    Pflege mit KI
  • Aug 7
  • 3 min read

Updated: Nov 15

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Pflegende Angehörige arbeiten oft mit sensiblen Informationen z. B. zur Gesundheit oder Pflegesituation eines Familienmitglieds. Wenn Sie diese Daten direkt in ChatGPT eingeben, könnten die Daten, je nach Nutzung und Version, zur Verbesserung des Modells verwendet werden. Das ist nicht immer datenschutzkonform.


Was sind persönliche und sensible Daten

Persönliche Daten sind alle Informationen, die eine bestimmte Person direkt oder indirekt identifizierbar machen – etwa Name, Adresse, Geburtsdatum, Kontaktdaten oder IP‑Adresse.


Sensible personenbezogene Daten

In der DSGVO als „besondere Kategorien“ bezeichnet – betreffen besonders schützenswerte Aspekte des Lebens. Laut Artikel 9 der DSGVO zählen hierzu:

  • Gesundheitsdaten (z. B. Pflegegrad, Diagnosen, medizinische Maßnahmen)

  • Ethnische Herkunft

  • Politische Meinungen

  • Religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen

  • Gewerkschaftszugehörigkeit

  • Genetische Daten

  • Biometrische Daten zur eindeutigen Identifikation

  • Daten zum Sexualleben oder zur sexuellen Orientierung


Warum ist der Unterschied wichtig

Weil diese sensiblen Daten automatisch einem strengeren Schutz unterliegen. Die Verarbeitung ist grundsätzlich verboten, außer es greift eine klar definierte Ausnahme, wie z. B.:

  • ausdrückliche, informierte Einwilligung der betroffenen Person

  • Verarbeitung zur Wahrung lebenswichtiger Interessen bei Einwilligungsunfähigkeit

  • gesetzliche Verpflichtungen im Bereich Gesundheit, Sozialschutz oder Beschäftigung


Hinweis: Ein Eintrag wie „Pflegegrad 4“ zählt zu den Gesundheitsdaten und ist somit eine sensible personenbezogene Information. Damit sollte sorgsam umgegangen werden.



So nutzen Sie ChatGPT sicher

Anonymität wahren

  • Keine echten Namen oder Adressen eingeben Statt: „Frau Müller, 83 Jahre, Berlin“ Besser: „Die zu betreuende Person, eine ältere Person in ihren Achtzigern, lebt in der Stadt.“

  • Gesundheitsdaten anonymisieren

    Statt: „Pflegestufe 4 mit Parkinson“

    Lieber: „hoher Pflegebedarf mit Bewegungseinschränkungen“


Training deaktivieren – bei beiden Versionen

In Free und Plus ist das Training deiner Eingaben standardmäßig aktiviert. Sie müssen aktiv widersprechen, wenn Ihre bisherigen Eingaben nicht weiter für das Modell verwendet werden sollen.


Navigieren Sie dafür zu: Profil → Einstellungen → Datenkontrollen → „Das Modell für alle verbessern“ und schalten Sie diesen Schalter aus. Damit wird Ihr zukünftiger Chat-Inhalt nicht mehr fürs Training genutzt.


Profil → Einstellungen → Datenkontrollen → „Das Modell für alle verbessern“ → Aus
Profil → Einstellungen → Datenkontrollen → „Das Modell für alle verbessern“ → Aus



Möchten Sie noch einen Schritt weiter gehen?

OpenAI ist ein Unternehmen, das Künstliche Intelligenz entwickelt, vor allem Sprachmodelle wie ChatGPT. Wenn Sie Ihre Daten schützen möchten, Sie können zusätzlich über das OpenAI Privacy Portal eine Anfrage stellen: „Do not train on my content“. Das bedeutet, dass OpenAI Ihre Inhalte ab dem Zeitpunkt der Anfrage nicht mehr zum Training neuer Modelle verwendet.


Temporäre Chats nutzen

Wenn Sie provisorische Chats verwenden, erscheinen diese nicht in Ihrem Verlauf, werden nicht fürs Training genutzt und werden nach 30 Tagen gelöscht. Ideal, wenn Sie wirklich keinen Datenspuren erzeugen möchten.

Temporäre Chats: linken Seitenleiste → Neuer Chat → oben rechts auf das Temporäre Chat Icon klicken
Temporäre Chats: linken Seitenleiste → Neuer Chat → oben rechts auf das Temporäre Chat Icon klicken

Vorteile von temporären Chats

  • Keine Speicherung im Verlauf

  • Keine Nutzung fürs Training

  • Mehr Kontrolle, wenn Sie wirklich heikle Themen haben


Nachteile von temporären Chats

  • Kein Verlauf: Sie können nachträglich nicht mehr auf den Chat zugreifen, weil er nicht gespeichert wird. Wenn Sie etwas behalten möchten, müssen Sie es manuell sichern (z. B. kopieren und lokal ablegen).

  • Kein Kontext über mehrere Sitzungen: Da keine Historie existiert, weiß ChatGPT in einem neuen temporären Chat nichts mehr von vorherigen Gesprächen. Das macht längere Arbeitsprozesse mühsamer.

  • Personalisierung fehlt: Einstellungen, Schreibstil, Vorlieben – all das wird in temporären Chats nicht gespeichert.

  • 30 Tage Speicher: Auch temporäre Chats werden technisch noch bis zu 30 Tage aufbewahrt (für Missbrauchskontrolle) und danach erst gelöscht.


Kurz gesagt: Temporäre Chats sind sicherer, aber unpraktischer, wenn Sie mit ChatGPT regelmäßig an demselben Thema arbeiten.


Bei sehr persönlichen Inhalten: lokal arbeiten

Formulieren Sie kritische Texte zuerst offline, z. B. in Word oder einem lokalen Textprogramm. Nutzen Sie ChatGPT nur für Strukturvorschläge oder Formulierungen und teilen Sie wirklich nur das Nötigste.


Fazit

Die Nutzung von ChatGPT zur Verarbeitung sensibler Daten birgt datenschutzrechtliche Risiken. Standardmäßig werden alle Eingaben — auch in der Free- oder Plus-Version — zur Modellverbesserung herangezogen, sofern Sie nicht in den Einstellungen aktiv widersprechen. Sie können daher temporäre Chats nutzen, wenn Sie besonders sensible Inhalte besprechen möchten: Diese Chats erscheinen nicht in der Historie und werden nicht zur Modellanpassung verwendet.


Selbst ohne Training entstehen jedoch Datenspeicherungen von bis zu 30 Tagen, um Missbrauch vorzubeugen. OpenAI evaluiert derzeit stärkere Mechanismen wie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung; gesetzliche Vorgaben können ebenfalls Einfluss auf die Datenaufbewahrung haben.


Letztlich liegt es bei jeder:m selbst, die Balance zwischen Funktionalität und Datenschutz zu finden. Wählen Sie den Weg, der Ihnen persönlich am meisten Sicherheit und Komfort bietet.



Quellen:



Die Inhalte dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen keine Rechts-, Pflege- oder medizinische Beratung. KI-Modelle können Fehler machen. Bitte prüfen Sie wichtige Informationen selbst. Mehr dazu

 
 
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